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Populäre Musik

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8.2.2007

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

seit Platon haben viele Beobachter erkannt, daß Musik eine Gesellschaft nachhaltig prägen kann. Unsere Gesellschaft ist seit einem halben Jahrhundert von hochaggressiver Musik geprägt, gekennzeichnet meist durch permanenten Schlagzeugeinsatz und verzerrte Klänge; wenn dabei gesungen wird, so in einem Ausdruck von Haß, Aggression oder Lüsternheit. Es ist ein Fehler, nur die Texte zu beachten (wie bei rechtsextremer Musik) - das Entscheidende ist die Musik selbst! Die Folgen: Drogen, Gewalt, Kriminalität, Leistungsverweigerung („Pisa"!), sexuelle Freizügigkeit mit ihren Folgen (Abtreibungen, Geschlechtskrankheiten, psychische Probleme).

Ich arbeite seit über vier Jahren an dem Thema, habe Berichte über populäre Musiker und über Konzerte, medizinische und psychologische Studien gesammelt, ein 685-seitiges Buch mit tausenden von Belegen veröffentlicht („Gewaltmusik - Musikgewalt"). Es kann keinen Zweifel mehr geben: Die Herrschaft der populären Musik ist hauptverantwortlich für den dramatischen Wertewandel, der in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat, der unseren Staat durch die Zunahme von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung jählich zig Milliarden Euro kostet, und der jährlich hunderttausende von Menschen zusätzlich zu Verbrechensopfern macht.

Mehr als alles andere ist Musik in der Lage, Gehirne und damit Persönlichkeiten zu verändern. Der Hirnforscher Eckart Altenmüller sagt: „Musik [ist] der stärkste Reiz für neuronale Umstrukturierung, den wir kennen." (GEO 2003/11, S. 68) Das heißt: Musik verändert Menschen.

Wir können viele gesellschaftliche Probleme lösen oder zumindest spürbar reduzieren, wenn wir unsere akustische Umwelt umgestalten und dafür sorgen, daß künftige Generationen nicht mehr mit aggressiver Musik sozialisiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hintergrundinformationen:

Indizien und Beweise:

1.

Chronologische Parallelen:

a) Der Jazz entstand in den Bars und Bordellen von New Orleans. Als sich dort Ausschreitungen häuften, wurde diese Etablissements geschlossen. Viele Jazzmusiker gingen nach Chicago, das kurz darauf zur Hauptstadt des organisierten Verbrechens wurde.

b) Nachdem sich Rock'n'Roll und Beat etabliert hatten, stieg in den USA die Verbrechensrate dramatisch an, vor allem unter der Hauptzielgruppe dieser Musik, den Kindern und Jugendlichen.

c) In Deutschland verdreifachte sich seit Einführung des Rock'n'Roll die registrierte Kriminalität. Der Anteil der Menschen, die Straftaten befürworten, verdoppelte sich.

d) Der Beitritt der neuen Länder brachte freie Bahn für den aggressivsten westlichen Punk, Rap und Heavy Metal, und die Zahl der Diskotheken erhöhte sich - ebenso wie die Jugendkriminalität.

e) Als in den 1990er Jahren die Rapwelle von Amerika nach Europa schwappte, stieg in vielen europäischen Ländern die jugendliche Gewaltkriminalität deutlich an.

2.

Interpreten und Produzenten populärer Musik sind häufig kriminell:

Ich fand bis jetzt 414 Konsumenten illegaler Drogen, 67 Schläger, 62 Sachbeschädiger (ohne Brandstiftung), 60 Räuber/Einbrecher/Diebe, 30 Drogenhändler und -schmuggler, 24 Betrüger, 21 Mörder, 21 Verstöße gegen Waffengesetze, 21 Fälle von Bedrohung oder Erpressung, 16 Fälle von Aufstachelung zum Rassenhaß oder Volksverhetzung, 16 Brandstifter und viele weitere Straftäter.

3.

Populäre Musik als Auslöser für Straftaten. Nur vier Beispiele:

- Der Mörder Charles Manson führte seine Taten auf Lieder der Beatles zurück.

- 1992 verloren zwei Polizisten das Augenlicht, nachdem ihnen mit einer „twelve gauge"-Flinte, wie sie in „Cop Killer" des Rappers Ice-T beschrieben wird, ins Gesicht geschossen worden war.

- Ein Mitglied einer Rockgruppe nannte auf die Frage nach Einflüssen, die ihn 1993 zu einem Mord getrieben hatten, Heavy Metal.

- 1994 ermordeten Jugendliche einen Polizisten und gaben der Musik des Rappers Tupac die Schuld dafür.

4.

Veranstaltungen mit populärer Musik haben in den letzten Jahrzehnten zu über 230 Toten und über 25.000 bezifferten Verletzten geführt. Hinzu kommen Sachschäden in Millionenhöhe.

5.

Wissenschaftliche Untersuchungen:

Wer populäre Musik bevorzugt, ist geistig weniger leistungsbereit oder -fähig, nimmt eher Drogen, wird eher straffällig, ist aggressiver, feindseliger und sexuell aktiver. Heavy-Metal-Anhänger neigen zu Okkultismus, was zu Satanismus führen kann. Jugendliche, die sich der HipHop-Kultur zugehörig fühlen, gehören auch eher zur Gruppe der sogenannten „Risikojugendlichen". Nach dem Konsum von Gewaltmusikvideos wird dort gezeigtes sexuelles Rollenverhalten übernommen, werden feindselige sexuelle Vorstellungen und negative Gefühle geweckt, werden vermehrt antisoziales Verhalten und Gewalt als Problemlösung akzeptiert. Bei Verstößen gegen Verkehrsregeln und bei Unfällen im Straßenverkehr spielt Gewaltmusik oft eine ursächliche Rolle.

6.

Maßnahmen gegen Gewaltmusik zeigen Erfolge:

- Umstellung der Zwangsbeschallung von populärer auf klassische Musik im U-Bahn-Netz von Newcastle: jährliche Ersparnis von 500.000 Pfund (weniger Sachbeschädigungen!).

- Die gleiche Maßnahme in amerikanischen Einkaufszentren: weniger Diebstähle.

- Das aggressive Verhalten von Patienten einer forensischen klinischen Abteilung ging zurück, nachdem man ihnen den Gewaltmusiksender MTV entzogen hatte.

- Münchner Oktoberfest 2005: Reduzierung der Musiklautstärke und gemäßigtere Musik bis 18.00 Uhr führte zu einem Rückgang der Straftaten um 23 Prozent.

- In Waldkirch konnte man den fastnächtlichen Gewalttourismus aus Freiburg eindämmen, indem man Techno durch weniger aggressive Musik ersetzte.

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