Das Anliegen
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Radwegbenutzungspflicht

Innenpolitik

von Ralf Epple

25.9.2007

Liebe Frau Merkel, Sie müssen uns helfen!

Der MIV wird immer rücksichtsloser, Verkehrsplaner bauen überall Radwege von unseren Steuergeldern und machen sie benutzungspflichtig und wir Viel- und Schnellradler haben oft keine Möglichkeit, uns korrekt und sicher auf dem Rad zu bewegen. Geschätzte 80% der Radwege entsprechen nicht den Vorschriften! Jeder Feldweg wird von MIV-Nutzern als Radweg angesehen und da die Benutzungspflicht sich seit dem Dritten Reich in vielen Köpfen verankert hat, werden wir sehr oft vorsätzlich gefährdet. Erst gestern hat mich wieder ein Auto angefahren, weil ich (ohne ihn zu behindern) einem auf voller Radwegbreite parkenden KfZ ausweichen musste. Zurück auf den Radweg kam ich wegen des hohen Bordsteins nicht mehr (Platz für einen Radstreifen wäre da!). Weil das einem später nachfolgenden VW-Bus-Fahrer nicht passte, fuhr er ohne Not so nah an mir vorbei, dass er meinen Arm streifte und danach einfach weiter! Auch der nachfolgende Fahrer machte keine Anstalten, mir zu helfen. Zum Glück passierte mir nichts schlimmes. Ich fuhr immerhin 40 km/h!

Da wir auf Radwegen auch Probleme mit Fußgängern und auf Feldwegen mit Traktorfahrern haben, sehe ich Lösungen nur in:

Abschaffung der Radwegsbenutzungspflicht unter umfassender Bevölkerungsaufklärung.

Deutlich höhere Strafen bei Gefährdung von Radfahrern.

Vom Bund subventionierte Radwege müssen intensiv vorher und nachher überprüft werden.

Fehlplanungen müssen angezeigt werden können.

Die rechtliche Sicherheit von Radfahrern gegenüber Fußgängern muss deutlich verbessert werden.

Verkehrsplanner müssen besser geschult werden.

Eine 10-jährige Führerscheinprüfung wäre auch hier ein deutlicher Sicherheitsgewinn.

In Führerscheinprüfungen muss das Fahrrad behandelt werden.

Viele Grüße!

Ralf Epple

Initiative Cycleride

Hintergrundinformationen:

(Thema Verkehrspolitik fehlt in der Auswahl!)

Radwege haben sich für viele unerwarteterweise als gefährlicher als die Fahrbahn erwiesen. V.a. linksseitige Radwege beeinhalten ein bis zu 12-faches Unfallrisiko.

Unfälle - auch mit Fußgängern, entstehen durch den MIV überwiegend an Kreuzungsbereichen und Einfahrten. Vielradlern ist dieses Problem bekannt, doch können sie kaum etwas dagegen tun, wenn eine Behörde diesen Radweg wegen. z.B. 3000 Autos / Tag aus Sicherheitsgründen für notwendig erachtet.

Die Initiative Cycleride (www.cycleride.de) wurde unter anderem aus diesem Grund ins Leben gerufen. Schon beim Lesen der Tageszeitung fällt auf, dass die meisten Radunfälle auf Radwegen passieren. Überwiegend sind Kfz die Verursacher. Nicht selten aber auch Geisterradler, gegen die niemand vorgeht, unachtsame Fußgänger und aussteigende Beifahrer aus parkenden Autos.

Benutzt ein Radfahrer den Radweg nicht, weil ihm diese Gefahr an bestimmten Stellen bewusst ist und er ein Grundrecht auf Unversehrtheit hat, bekommt er, wird er von einem PKW auf der Fahrbahn erfasst, eine 25%ige Mitschuld. Läuft ihm dagegen ein unachtsamer Fußgänger auf dem benutzungspflichtigen Mischweg ins Rad, bekommt er i.d.R. die 100%ige Schuld. Man ist also nirgends rechtlich sicher.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kfz-Fahrer aus reinem Egoismus Radfahrern "zeigen wollen", dass sie nicht auf die Fahrbahn gehören (was gemäß StVO nicht der Fall ist). Der ausufernde Radwegbau führt allerdings dazu, dass Radfahrer das Fahren auf der Fahrbahn verlernen und dann, von ihrem subjektiven Gefährdungseindruck geleitet, auf dem Fußweg weiterfahren, woraufhin sie wiederum Fußgänger gefährden. Aber auch auf Rad-/Fußwegen ist dies der Fall und Fußgänger sind nicht selten gestresst, genervt und (deshalb) ebenfalls rücksichtslos. Autofahrer verlernen dagegen, Radfahrer als selbstverständliche Verkehrsteilnehmer auf der Fahrbahn zu akzeptieren.

Viele weitere Gefährdungsfaktoren durch das Konstrukt "Radweg" sind: Falschparker, Hunde (nachts mit quergespannter Leine zum Herrchen lebensgefährlich), Scherben (die auch auf Schulwegen monatelang nicht entfernt werden), fehlende Markierungen an Einfahrten (woher soll der Tourist, aus der Tankstelle fahrend, wissen, dass hier ein Radweg verläuft?), schlechter Belag oder gar Schotter (wie soll man da schnell ausweichen / bremsen?) sowie bei Nacht der blendende Gegenverkehr, v.a. auf linksseitigen Radwegen, bei dem man seinen eigenen Radweg nicht mehr erkennt, da auch die Beleuchtungsvorschriften unzureichend sind.

Gute Radwege benötigen keine Benutzungspflicht!

Deshalb ist es verwunderlich, dass ausgerechnet an wenigen Stellen, an denen ein Radweg wirklich Sinn machen würde (z.B. Bundesstraße B313 zwischen Nürtingen-Raidwangen und Grafenberg ~ 26.000 Kfz und viel Schwerlastanteil), keinerlei Radverkehrseinrichtungen vorhanden sind.

Doch kleinste Nester bekommen ihre, von Bund subventionierte Radwege, weil man sich so die benötigten Gehwege bezahlen lassen kann. Darauf wies auch der Bundesrechnungshof bereits hin.

Viele Radfahrer verhalten sich nicht zuletzt wegen der unglaublich komplizierten Radverkehrsregeln falsch und missachten auch rote Ampeln, weil sie deren fünf vor sich haben, obwohl der Kfz-Verkehr nur eine hat. Gerade Radfahrer müssen doch einigermaßen vorankommen, sonst steigen irgendwann alle ins Auto, verpesten die Luft, verursachen Unfälle, Staus und Parkplatznot.

Es ist Zeit zum Umdenken. Bitte unterstützen Sie unsere Petition gegen die Radwegsbenutzungspflicht!

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