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Afghanistan-Einsätze beenden!

Außenpolitik

von Eva-Maria Riester

17.9.2007

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Entgegen der Mehrheit der Bevölkerung sprechen sich die Regierungsmitglieder für die Verlängerung der Mandate Operation Enduring Freedom, Tornado-Einsatz und ISAf aus. Zur Völkerrechtswidrigkeit OEF und der Tornado-Einsätze gibt es genügend fundierte Gutachten von Völkerrechtlern. Auch die ISAF-Einsätze stehen mit ihrer Unterordnung unter die Nato auf völkerrechtlich schwachen Füßen. Die Nato dürfte, da kein Verteidigungsfall vorliegt, überhaupt nicht in der Region operieren. Sowohl Kommandostruktur als auch Informationsaustausch der OEF, Tornado und ISAF überschneiden sich, sodass die ISAF inzwischen als Teil der Besatzung wahrgenommen wird. Auf 900 Dollar militärischer Ausgaben kommt 1 Dollar für den Wiederaufbau!
Experten und Betroffene berichten, dass Chaos im Land herrscht: Die Infrastruktur ist in allen Bereichen zerstört, viele Soldaten getötet, Zivilisten ohne Arme und Beine krepieren als Bettler am Straßenrand, in Kabul allein müssen sich 50 000 Kinder als Kriegswaisen durchschlagen, werden missbraucht, ermordet, verhungern. Durch völkerrechtlich geächtete Munition wie Uranmunition wird die Zivilbevölkerung über den unmittelbaren Angriff hinaus schwer geschädigt: Überproportional viele Menschen sterben an Krebs und Neugeborene weisen schwerste Missbildungen auf. 12000 Kulturstätten wurden in Afghanistan zerstört. Wozu? Dieser Krieg wird aus geostrategischen Interessen der USA geführt und hat die Zerstörung des Landes, seiner Bevölkerung und seiner Kultur zum Ziel.

Meine Frage: Wie sehen Sie als Bundeskanzlerin hier Ihre Verantwortung?

Mit freundlichen Grüßen

Eva-Maria Riester, Brigachtal

 

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