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Stiefkind: kleine Unternehmer

Wirtschaft

von Birgit Haupt

27.8.2007

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

die Unternehmensteuerreform hat die Annahme bestätigt, dass Ein-Mann-Betriebe von der Politik nicht gerne gesehen sind, weil sie weder Arbeitsplätze noch Kapital schaffen. Während größere Betriebe von Steuererleichteringen profitierten, gab es für die "Einzelkämpfer" ausschließlich Nachteile, so dass sie die Steuerersparnisse der Großunternehmen nun mit tragen müssen.
Bereits bei der Gesundheitsreform wurde es versäumt, wenig verdienende Selbständige durch die Absenkung der veralteten, zu hoch angesetzten Mindestbemessungsgrenze für freiwillig verischerte zu entlasten. In meinem Fall bedeutet dies, dass 25-30 % des Einkommens in die GKV abfließen. Und dies ist kein Einzelfall, weshalb sich viele ebenso betroffene für die erst einmal günstigere Private Krankenversicherung entscheiden, ohne an die Gefahren zu denken, die damit verbunden sein können.
Abzüglich Steuern, Krankenversicherungsbeiträgen und Beiträgen für die private Altersvorsorge (für die ich immerhin gesorgt habe), bleibt in schlechten Jahren kaum mehr übrig, als beim Bezug sogenannter Staatlicher Transferleistungen drin wäre.
Wenn ich Hernn Münteferings jüngste Aussagen richtig verstehe, sollen die kleinen Selbständigen nun auch noch dazu benutzt werden, die labile Rentenkasse zu konsolidieren - natürlich alles unter dem Vorwand, dass man dieser Personengruppe eigentlich helfen und vorsorgen will.
Liebe Frau Bundeskanzlerin, wenn sie verhindern wollen, dass zahlreiche kleine Betriebe zur Geschäftsaufgabe gezwungen werden und damit auch gezwungen werden Sozialleistungen vom Staat in Anspruch zu nehmen, rate ich Ihnen bezüglich dieser Personengruppe einen Kurswechsel in Ihrer Politik vorzunehmen. Denn auch, wenn wir weder Arbeitsplätze noch Kapital schaffen, sind wir immerhin NOCH in der Lage, uns selbst zu versorgen.

Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Haupt

 

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