Das Anliegen
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Massentötungen von Hunden in China

Umwelt und Tierschutz

von Diana Hartig

3.1.2007

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

ich bitte Sie sich bei der chin. Regierung für die sofortige Beendigung der gegenwärtig stattfindenden Massentötungen und Beschlagnahmungen von Hunden in und um Beijing einzusetzen.

Dieses Vorgehen stößt bereits weltweit wie auch im eigenen Land auf Kritik und Empörung und ich ersuche Sie dringend die Stimme des deutschen Volkes und seiner Regierung den Forderungen nach einer humanen und gerechten Problemlösung hinzuzufügen.

Chin. Bürger sehen sich durch die Behörden bedroht und mit Gewalt ihrer Tiere entledigt - in einem Land das trotz seiner immensen wirtschaftlichen Macht den zivilisierten Umgang mit Mensch und Tier noch nicht gelernt hat.

Mit der Handelspartnerschaft mit China geht auch die Verpflichtung seitens unseres Landes einher diesem Partner div. Missstände in seinem eigenen Lande - die sich möglicherweise schädigend auf die fruchtbare kulturelle und wirtschaftliche Beziehung auswirken könnten - aufzuzeigen und auf deren Bereinigung hinzuwirken.

Das Verhalten der chin. Regierung in dieser Sache ist inakzeptabel und widerspricht jeglichem moralischen und ethischen Standard den wir in Deutschland pflegen und auf den wir stolz sind.

Ich danke Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen,
Diana Hartig

Hintergrundinformationen:

Wie aus dem Medien bereits zu erfahren war, ging die chin. Regierung am 07. Nov. 2006 dazu über ein 1-Hund-(pro Haushalt)-gesetz umzusetzen. Dies dient lt. offiziellen Aussagen dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut - wobei grundsätzlich jedes Tier über 35 cm Größe ohne weitere Angabe von Gründen beschlagnahmt und der Tötung zugeführt wird, ebenso wie alle Tiere, die streunend aufgegriffen werden (diese werden in der Regel direkt vor Ort zu Tode geprügelt) oder als Zweit- und Dritthunde eines Haushalts der neuen Regelung zum Opfer fallen. Die Behörden verschaffen sich oftmals gewaltsam Zugang zu den Privatwohnungen der Bürger, um an die Tiere zu gelangen.

In einem seltenen Akt des zivilen Ungehorsams versammelten sich am Wochenende 500 Tierfreunde und Hundehalter mit Schildern und Protestrufen zu einer Demonstration vor dem Zoo von Beijing. Viele trugen Buttons und Plakate mit der Aufschrift: "Stoppt das willkürliche Morden."

Ein anderer Faktor, der in dieser Kampagne der chin. Regierung zum tragen kommt, ist das erklärte Ziel der Behörden Beijing bis zu den im Jahr 2008 stattfindenden Olympischen Spielen von unerwünschten Tieren auf den Straßen und deren Hinterlassenschaften befreit zu wissen.

Großangelegte Tötungsaktionen und die Beschränkung der Tierhaltung per Gesetz mögen schnelle Resultate zeitigen, stehen aber in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Gefahr durch Tollwut (die andernorts problemlos durch Impfungen in den Griff zu bekommen ist) und der als Belästigung empfundenen Anwesenheit von streunenden Tieren (deren Anzahl langfristig durch entsprechende Kastrationsaktionen weit wirkungsvoller und HUMANER gesteuert werden kann).

Die Olympischen Spiele 2008 stehen bereits jetzt unter einem unguten Stern - mit der pauschalen und rücksichtslosen Tötung von tausenden von Tieren (Mitte diese Jahres fielen der Tollwutbekämpfung bereits über 50.000 Tiere zum Opfer) - im buddhistischen Jahr des Hundes ! - und der Unterdrückung der Bemühungen des chin. Volkes sich der Welt 2008 als fortschrittliches und modernes Land zu präsentieren.

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