- Das Anliegen
- Die Antwort
-
347 Euro reichen nicht zum Überleben
Soziales
von Sigrid Karn
6.8.2007
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
mit Ihrem Amt haben Sie eine große Verantwortung übernommen und Ihre Wähler vertrauen Ihnen. Daher können Sie nicht weiter ignorieren wie verzweifelt die Menschen in Deutschland inzwischen sind, die von Hartz4 leben müssen. Der Regelsatz ist viel zu niedrig bemessen. Ihr Volk hungert, Ihr Volk ist verzweifelt, die Kinder in Deutschland hungern, jetzt können Sie nicht mehr wegsehen. Immer mehr Menschen ertragen diesen Zustand nicht mehr und begehen Selbstmord. Was uns mit der Hartz-Gesetzgebung angetan wird, ist ein Verbrechen am Deutschen Volk. Wir sind alle bestrebt wieder Arbeit zu finden, nur leider fehlen für Langzeitarbeitslose über 50 die Stellen und wer krank und behindert ist, hat absolut keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, es werden nur junge dynamische Menschen gesucht.
Sigrid Karn
Hintergrundinformationen:
Von dem Regelsatz von 347 Euro für einen Alleinstehenden müssen noch feste Kosten für Strom, Telefon, Versicherungen, Bewerbungskosten, Praxisgebühr, Kabelgebühr, Eigenanteil zur Miete abgezogen werden. In meinem Fall bleiben noch 150 Euro über für Essen, Trinken, Hygieneartikel, Kleidung, Information, öffentliche Verkehrsmittel. Das sind 5 Euro am Tag. Und von diesen 5 Euro am Tag sind wir noch verpflichtet zu sparen falls die Waschmaschine oder der Kühlschrank kaputt gehen und privat für die Rente vorzusorgen. Für Familien mit Kindern ist die Lage noch weitaus dramatischer. Haben Sie jemals versucht von 5 Euro am Tag zu leben? Die Kaltmieteobergrenzen, die von uns von der arge vorgeschrieben werden, in meinem Fall 177 Euro, sind viel zu niedrig bemessen, denn diesen preiswerten Wohnraum gibt es in der Realität in Deutschland nicht in ausreichendem Maße, so das wir fast alle gezwungen sind aus unserem Regelsatz zur Miete beizusteuern, in meinem Fall 50 Euro monatlich. Und meine Wohnung liegt von der Ausstattung her schon an untersten Limit. Und dies ist kein Einzelfall sondern die überwiegende Mehrheit der Hartz4-Empfänger hungert und ist vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.
Schreiben auch Sie einen Beitrag zum Thema Soziales Diskutieren Sie hier! zurückBisheriges Ergebnis.
abgegebene Stimmen: 602
durchschnittliche Meinung: 3.77 Sterne
- Das Anliegen
- Die Antwort
-
Antwort auf "347 Euro reichen nicht zum Überleben"
Soziales
aus dem Bundeskanzleramt
Sehr geehrte Frau Karn,
dass Sie es als schwierig empfinden, Ihren Alltag mit dem Arbeitslosengeld II zu bestreiten, ist verständlich. Sie wissen, dass die Bundesregierung regelmäßig die Höhe des Regelsatzes überprüft. Wegen aktueller Preiserhöhungen im Lebensmittelbereich wird die Bundesregierung eine zusätzliche Überprüfung vornehmen.
Für Personengruppen, die es besonders schwer haben, wieder Arbeit zu bekommen, hat die Bundesregierung spezielle Programme aufgelegt. Beispielsweise die Initiative „job – Jobs ohne Barrieren“ für behinderte Menschen oder auch die Initiative „50plus“ für Menschen über 50. Betroffene können etwa durch Weiterbildung Zusatzqualifikationen erwerben, durch eine Lohnförderung lassen sich ihre Chancen verbessern.
Die Bundesregierung verfolgt die Strategie „fördern und fordern“ – Verantwortung übernehmen darf keine Einbahnstraße sein.
Weitere Informationen finden Sie unter www.bmas.bund.de.
Mit freundlichen Grüßen
Diskutieren Sie hier! zurück
- Download
- Antworten
- Alle Antworten auf www.direktzurkanzlerin.de werden im Auftrag der Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung verfasst.
- Formales
-
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen.
Für den Inhalt der veröffentlichten Beiträge ist ausschließlich der jeweilig genannte Autor verantwortlich.
